Richtig oder Falsch? Die häufigsten Gerüchte über Tierfutter

Katze frisst Futter

Die Ernährung eines Haustiers sollte ebenso ernst genommen werden wie die eigene. In Sachen Tiernahrung gibt es Gerüchte, die immer wieder auftauchen; manches davon stimmt, anderes kann gesundheitsgefährdend für das Tier sein. Was ist dran an den häufigsten Mythen über Tierfutter?

 

 

Gerücht 1: Selbstgemischtes Tierfutter ist gesünder für das Tier. 

 

Kommerziell hergestellte Tiernahrung wird gründlich getestet und so zusammengesetzt, dass es den speziellen Ansprüchen der jeweiligen Tierart entspricht. Tiere brauchen andere Kombinationen an Mineralstoffen und Vitaminen als Menschen und die richtige Ernährung für die einzelne Tierart ist vergleichsweise kompliziert. 

Zu Hause selbst gemischtes Tierfutter enthält nicht unbedingt alle Nährstoffe, die das Tier benötigt. Besser ist es also, spezielles Fertigfutter für das Tier zu kaufen und dabei auf Qualität zu achten.

 

Gerücht 2: Dosenfutter verursacht Blähungen.

 

Was Blähungen verursacht sind Hülsenfrüchte wie Erbsen und Bohnen oder besonders fetthaltige und scharf gewürzte Speisen. Hunde und Katzen sind außerdem laktoseintolerant und vertragen nur geringe Mengen an Kuhmilchprodukten, das heißt Milch und Käse können ebenfalls Blähungen verursachen. Qualitativ hochwertiges Dosenfutter enthält keine Milchprodukte und nur geringe Mengen an Hülsenfrüchten und ist daher nicht für Körpergase verantwortlich.

 

Gerücht 3: Tiere können ruhig mal mittrinken.

 

Es gibt Menschen, die lassen ihre Haustiere aus dem Weinglas mittrinken, denn sie denken, ein Schlückchen schadet dem Tier schon nicht. Tiere haben allerdings je nach Größe entsprechend weniger Blutvolumen und schon ein Schluck Alkohol kann zu verheerenden Vergiftungen führen. Alkohol kann beim Tier zu Erbrechen, Durchfall, Depression, Atemschwierigkeiten, Koma und sogar Tod führen.

 

Gerücht 4: Zucker ist ungesünder als Süßstoff.

 

Zucker ist in jedem Fall ungesund für Tiere, doch künstlicher Süßstoff ist noch schlimmer. Xylitol, ein oft verwendetes Süßmittel für Kaugummi oder Zahnpasta ist sogar giftig für Tiere. 

 

 

Gerücht 5: Glutenfreies Futter ist gut zum Abnehmen.

 

Nur etwa 1% der Menschen leidet an Glutenunverträglichkeit, doch viele glauben, sie können durch glutenfreie Diät Gewicht verlieren. So kommt es, dass sie annehmen, ihr Haustier bleibt durch glutenfreie Ernährung ebenfalls schön schlank. Glutenintoleranz kommt bei Hunden und Katzen extrem selten vor. Gluten ist eine wichtige Proteinquelle, liefert essenzielle Aminosäuren und gibt dem Futter die richtige Struktur. Für Menschen und Tiere, die nicht glutenintolerant sind, ist Gluten leicht verdaulich. Auch wenn es möglich ist, durch glutenfreie Ernährung Gewicht zu verlieren, kann es dadurch zu starken Mangelerscheinungen kommen.

 

Gerücht 6: Konservierungsmittel in Tierfutter machen krank.

 

Das Wort Konservierungsstoff hat einen negativen Beiklang erhalten, denn viele glauben, es handele sich hierbei um chemische Zusätze. Konservierungsmittel können natürlich oder synthetisch hergestellt sein. Natürliche Konservierungsstoffe findet man in Kräutern, Pflanzenölen, Gewürzen und Getreide, die am meist verwendeten und effektivsten natürlichen Konservierungsstoffe aus Sojaöl. 

Synthetische Konservierungsmittel sind 5 bis 10 Mal so wirkungsvoll wie natürliche und sie werden weniger leicht durch Feuchtigkeit, Druck und Hitze beim Kochen zerstört. Fette, Proteine und Vitamine sind die wesentlichen Nährstoffe im Tierfutter und benötigen adäquate Konservierung, um sich nicht zu zersetzen und die Qualität des Futters zu mindern.

 

Gerücht 7: Kohlenhydrate machen Katzen fett.

 

Katzen erhalten ihre Energie durch die Hauptgruppen Fett, Protein und Kohlenhydrate. Auch wenn die Katze als Karnivore Kohlenhydrate anders verdaut als ein Hund, ist die Zufuhr von ausreichenden Kohlenhydraten wichtig für den Energiehaushalt, das Immunsystem und die Gewebestruktur. Was bei Katzen zu Fettleibigkeit führt ist nicht allein die Menge an Kohlenhydraten, sondern die gesamte Aufnahme überflüssiger Kalorien durch Fette, Proteine und Kohlenhydrate sowie Bewegungsmangel. Tatsächlich enthalten kohlenhydratarme Futtermittel oft mehr Kalorien als herkömmliche. Bei Katzen, die unter Diabetes leiden kann eine kohlenhydratarme Ernährung sinnvoll sein, in Absprache mit dem Tierarzt.

 

Gerücht 8: Hunde- und Katzensenioren brauchen proteinarmes Futter zum Schutz vor Nierenkrankheiten.

 

Eine ausgeglichene Ernährung mit herkömmlichen Futtermitteln wirkt sich nicht schlecht auf die Nieren bei älteren Tieren aus. Das Gerücht stammt aus den 1940er Jahren und ist inzwischen als falsch erwiesen. Statt Protein zu reduzieren sollte bei Senioren weniger Phosphorhaltiges Futter gefüttert werden. Tatsächlich brauchen ältere Haustiere sogar mehr Protein als junge, das heißt, ihr Kalorienbedarf sinkt, doch ihr Proteinbedarf steigt.

 

Gerücht 9: Futtermittel mit der Aufschrift "natürlich" sind besser.

 

"Natürlich", "organisch" oder "Bio" sowie "ganzheitlich" werden bei kommerziellem Futter großzügig verwendet, denn es erweckt den Anschein, dass der Inhalt besser ist. Nicht alles, was als "natürlich" beschriftet ist, ist besser, ebenso wie es umgekehrt nicht automatisch das Gleiche ist wie unbeschriftetes Futter. "Natürlich" bezieht sich darauf, dass das Futter aus pflanzlichen oder tierischen Produkten erzeugt wurde und keine synthetischen Zusätze enthält. Synthetisch hergestellte Vitaminzusätze sind im Allgemeinen akzeptabel. 

"Organisch" bedeutet, dass die Futtermittel frei von Pestiziden sind und tierische Produkte keine Hormone oder Antibiotika enthalten.

"Ganzheitlich" ist ein ungeschütztes Wort und kann frei verwendet werden. 

 

Gerücht 10: Tierfutter wird durch Maismehl gestreckt, das Allergien verursachen kann.

 

Maismehl hat den schlechten Ruf erhalten, als Füllmittel verwendet zu werden und schlecht verdaulich zu sein. Doch Mais ist eine sehr gute Nährstoffquelle. Mais enthält Kohlenhydrate, Protein und essenzielle Fettsäuren sowie eine Anzahl an Antioxidanzmitteln wie VitaminE und Betakarotin. Maismehl ist sehr gut verdaulich und in Verbindung mit anderen Proteinquellen ein hochwertiger Zusatz zum Futter.

Mais ist nicht als Allergieauslöser bekannt. Etwa 10% von Allergien bei Hunden und Katzen werden durch Futter verursacht. Die häufigsten Allergieauslöser sind Rindfleisch, Milchprodukte und Fisch. 

 

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