Kanarienvögel, von wild lebenden Girlitzen in deutsche Züchtungen

Kanarienvogel

Gegen Ende des 15. Jahrhunderts brachten die Spanier nach der Eroberung der Kanarischen Inseln die ersten dort einheimischen wilden Kanariengirlitze mit zum Festland.

 

Besonders den spanischen Mönchen gefielen die hübschen Vögel, denn sie begannen kurz darauf mit der ersten Zucht der Kanarienvögel. Sie betrieben einen regen Handel, doch verkauften nach Italien, Frankreich und England nur die Kanarienhähne, so dass dort nicht gezüchtet werden konnte. So waren ausländische Völker immer auf Nachschub der spanischen Vogelzucht angewiesen.

Der Kanarienvogel galten als Luxusartikel und waren sehr teuer. Reiche Damen pflegten Kanarienvögel in prachtvollen Käfigen zu halten.

Irgendwann im 16. Jahrhundert gelang es den Italienern und Engländern, Kanarienweibchen zu bekommen und ihre eigene Zucht zu starten. Wie sie an die Hennen gekommen sind, ist nicht überliefert. Im 17. Jahrhundert wurde der Kanarienvogel auch in Tirol, in der Schweiz, in Holland und in Deutschland gezüchtet.

Aus dem ursprünglich gelbgrünen Vogel wurden durch die jahrhundertelange Zucht prächtige Farbmutationen gezüchtet.

Bei der Zucht konzentrierte man sich auf Schönheit des Gesangs und des Gefieders. Eine Zeitlang waren "frisierte" Kanarienvögel mit lockigem Gefieder in Mode. Leider ging bei solchen Züchtungen meist die Sangesfreudigkeit des Vogels verloren. Während des Rokoko wurde Haubenkanarien gezüchtet, also Vögel mit Federhaube oder Federkrause, sowie Vögel mit hochgereckter Statur und unnatürlicher Flügelstellung. Doch da der bis dahin mühsam erreichte Gesang darunter litt, waren diese Vögel weniger beliebt.

Die Zucht des weltberühmten Harzer Roller begann zu Beginn des 19. Jahrhunderts, als der Kanarienvogel über Tirol ins Harz gebracht wurde.

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