Warum vergeht die Zeit langsamer, wenn man wartet?

Zeit

Gerade willst du dir schnell einen Kaffee kochen und du wartest darauf, dass das Wasser heiß wird. Warum nur scheint es länger zu dauern, wenn du die Kaffeemaschine dabei beobachtest?

 

Es stimmt tatsächlich, dass die Zeit langsamer vergeht oder ein Ereignis länger dauert, wenn man bewusst darauf wartet, zumindest in dem Sinne, dass die Zeitwahrnehmung verzerrt wird und dir die Zeit, die es dauert, länger vorkommt, als sie eigentlich ist.

Die innere Uhr misst die Zeit in Intervallen. Je nachdem, was man gerade macht, misst sie die Zeit in kleineren Abständen (Sekunden) oder größeren (Minuten). Dies ist sehr wichtig für Ereignisse, die sich innerhalb von wenigen Sekunden abspielen und wichtige Entscheidungen getroffen werden müssen. Vor dem Überqueren einer Straße beispielsweise muss das Gehirn abschätzen, wieviel Zeit bleibt, bis die Autos zu nah sind. Deshalb scheinen sich bestimmte Ereignisse, die schnelle Reaktionen erfordern auch in Zeitlupe abzuspielen.

Die Nerventätigkeit im Kortex vibriert bei der Wahrnehmung der Umgebung, dieser Rhythmus wird vom Gehirn gemessen. Die Häufigkeit der Schwingungen wird unter anderem dadurch gesteuert, wie sehr man sich auf eine Sache konzentriert und wie sehr man sie erwartet. Daher nimmt das Gehirn bei Ereignissen, auf die man wartet, mehr Zeit wahr als tatsächlich vergeht.

Ein ähnliches Prinzip gilt auch für das Beobachten des Sekundenzeigers. Konzentriert man sich auf den Sekundenzeiger, kommt es einem so vor, als würde er länger als eine Sekunde brauchen, um weiterzugehen.

Diese Zeitverzögerung findet in der Wahrnehmung des Gehirns wirklich statt. In der Zeit, die benötigt wird, die Augen auf die Uhr zu richten, blendet das Gehirn die äußere Sicht aus, um die Konzentration auf den Mittelpunkt des Sichtfeldes zu lenken. Die Zeitspanne, die es dauert, um die Augen von einem fixen Punkt auf den nächsten zu richten, wird vom Gehirn dazu gerechnet, damit es keine visuelle Lücke im bewusst wahrgenommenen Sichtfeld gibt. Die Zeitrechnung der inneren Uhr beginnt also nicht in dem Augenblick, in dem das Auge sich auf den fixen Punkt richtet, sondern geht 50 Millisekunden zurück zu dem Moment, in dem man den Blick vom letzten fixen Punkt wegbewegt hat.

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