Wie liest man den Beipackzettel von Medikamenten richtig

 

Beipackzettel sind kompliziert verfasst aufgrund der Arzneimittelgesetze. Leider bedeutet dass für den Verbraucher, dass er häufig nicht weiß, wie er Einnahme, Dosierung oder Nebenwirkung zu verstehen hat. Hier ist eine Hilfe zur richtigen Interpretation der Beipackzettel bei Medikamenten.

  

Einnahmezeitpunkt

Vor dem Essen: Einnahme vor dem Essen bedeutet, 30 bis 60 Minuten vor der nächsten Mahlzeit. Manche Medikamente wirken im leeren Magen schneller.

Mit der Mahlzeit: Das Medikament soll während oder unmittelbar nach der Mahlzeit eingenommen werden, denn die Nahrung schützt die Magenschleimhaut vor aggressiven Inhaltsstoffen im Medikament.

Nach dem Essen: Das Medikament soll mindestens zwei Stunden nach dem essen eingenommen werden, die letzte Mahlzeit also mindestens zwei Stunden zurückliegen. Einige Lebensmittel können die Wirkung des Medikaments verlangsamen oder stören.

  

Dosierung

Einmal täglich: Das Medikament soll einmal am Tag jeweils zur gleichen Zeit eingenommen werden. Die Einnahmezeit sollte nicht mehr als zwei Stunden abweichen.

Zweimal täglich: Das Medikament soll alle zwölf Stunden eingenommen werden.

Dreimal täglich: Einnahme alle acht Stunden, also morgens, mittags und abends.

Wichtig bei der Dosierung: Vergisst man eine Einnahme, darf man nicht beim nächsten Mal die doppelte Menge des Medikaments einnehmen!

 

Nebenwirkung

Bei der gesetzlich verpflichteten Angabe der möglichen Nebenwirkungen ist angegeben, wie häufig diese auftreten können. Nicht jeder weiß allerdings, was “selten” oder “häufig” bedeutet.

Einzelfall: Diese Nebenwirkung tritt äußerst selten auf, weshalb es keine nähere Angabe über die Häufigkeit gibt.

Sehr selten: Diese Nebenwirkung tritt weniger als 0,01% auf, also einmal in 10000 Fällen.

Selten: Diese Nebenwirkung tritt bis zu 0,1% auf, also bis zu einmal in 1000 Fällen.

Gelegentlich: Diese Nebenwirkung tritt mit einer Häufigkeit bis zu 1% auf, also bis zu einmal in 100 Fällen.

Häufig: Häufigkeit zwischen 1 und 10%, also ein bis zehnmal in hundert Fällen.

Sehr häufig: Als “sehr häufig” betrachtet man Nebenwirkungen, die mehr als einmal in zehn Fällen auftreten.

 

 

Namenszusätze

Medikamente können bestimmte Namenszusätze tragen, die auf bestimmte Eigenschaften der Arznei hindeuten.

Mono: Es gibt nur einem Wirkstoff in diesem Medikament.

Plus oder Comp: Es gibt mehrere Wirkstoffe in diesem Medikament.

Forte: Dieses Medikament hat eine hohe Dosierung.

Mite: Dieses Medikament hat eine geringere Dosierung.

Retard: Der Wirkstoff in diesem Medikament wird über einen längeren Zeitraum abgegeben. Die Wirkung tritt also mit Verzögerung auf, hält dafür aber länger an. 

N1, N2, N3: Das bezieht sich auf die Packungsgröße. N1 ist die kleinste Packung, N3 die größte.

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