Wie gefährlich sind Chemikalien?

Grüne Äpfel

Die Begriffe Chemie und Chemikalien sind zu Schlagworten geworden, die für Schlechtes, Ungesundes und Negatives stehen. Allerdings gibt es auch nützliche Chemikalien, auf die wir heute nicht mehr verzichten möchten. welche Chemikalien sind tatsächlich gefährlich für die Gesundheit?

 

Der Mensch hat mehr als 150.000 neue Chemikalien entwickelt. Diese Chemikalien befinden sich in allem, was uns umgibt: in der Nahrung, in der Kleidung, im Haushalt und natürlich im Gesundheitswesen. Die Entwicklung von Chemikalien hat den Menschen in seiner Evolution zu dem gemacht, was er heute ist. Denn der Einsatz von Chemie bedeutet auch Hygiene, Krankheitsbekämpfung und Arbeitserleichterung. 

Wie schädlich sind Chemikalien für die Gesundheit des Menschen?

Antimikrobiotika

Das Antimikrobiotikum Triclosan bekämpft Geruchsbakterien und Fungus und wird deshalb in Mundspülungen, Deos, Seife und Kosmetik verwendet. 

Im Jahr 2007 fand man heraus, dass Triclosan bei Ratten den Hormonhaushalt durcheinanderbringt, wenn diese hohen Dosen der Chemikalie ausgesetzt werden. Ob beim Menschen das Endokrinsystem ebenfalls unterbrochen wird, ist zwar noch nicht bekannt, dennoch haben viele Kosmetikfirmen den Einsatz von Triclosan in ihren Produkten bereits reduziert oder durch andere Mittel ersetzt. 

In Europa gilt Triclosan bis jetzt als ungefährlich, wird aber weiterhin noch untersucht.

Antihaftbeschichtung

Perfluorierte Chemikalien (PFC) finden ihren Einsatz in Kochgeschirr, Bodenbelag, wasserfester Kleidung und Zahnseide. Sie weisen Wasser und Fett ab und sind daher sehr nützlich im Alltag. Allerdings stehen PFCs schon lange unter Verdacht, krebserregend zu sein. Erwiesen ist dies zwar noch nicht, aber fest steht, dass sich PFCs im Blut ablagern und ansammeln. Ob und inwiefern Antihaftbeschichtung dem menschlichen Körper auf Dauer schadet, bleibt zu beobachten.

Parabene

Parabene werden in vielen Kosmetika verwendet und dienen zur Konservierung. Im Jahre 2004 entstand das Gerücht, dass Parabene Brustkrebs verursachen können. Nach jahrelanger und gründlicher Forschung konnte bislang nicht nachgewiesen werden, ob es einen Zusammenhang zwischen Brustkrebsgewebe und Parabenen gibt. 

Trotz mangelnder Beweise haben viele Kosmetikkonzerne dem Druck der Öffentlichkeit nachgegeben und begonnen, nach Alternativen für ihre Produkte zu suchen.

Plastik

Viele Plastikstoffe, aber auch Tinte oder Tablettenbeschichtung enthalten Phtalate, sogenannte Weichmacher für Plastik. Klar ist, dass Phtalate sich in hohen Dosen auf den menschlichen Körper auswirken, in geringen Dosen gibt es bislang noch keinen Grund zur Besorgnis. Das ist auch gut so, denn Phtalate sind sehr weit verbreitet und damit schwer zu vermeiden.

Flammenschutzmittel

Flammenhemmende Stoffe finden Einsatz vor allem in Kleidung und Möbeln. Eine Gruppe der feuersicheren Chemikalien sind Polybromierungs- Diphenyl-Äther (PBDEs), die man mit Unfruchtbarkeit und Entwicklungsstörungen in Zusammenhang bringt. Viele von diesen Stoffen sind mittlerweise verboten.

Der Ersatzstoff Tetrabromobisphenol A (TBBPA) steht unter Verdacht, den Östrogengehalt im Blut zu erhöhen und Krebs zu verursachen. Allerdings gibt es noch kein ausreichendes Testmaterial, um den Verdacht zu bestätigen.

Schwermetalle

Dank des bleifreien Benzins ist der Verbrauch an Blei seit den 1970er Jahren drastisch gesunken. Doch das Problem ist damit noch nicht behoben: Immer noch befindet sich viel Blei im Boden und im Trinkwasser, welches dann mit unserer Nahrung in den Körper gelangt. 

Auch Quecksilber bereitet immer noch Sorgen. Im Gegensatz zu Blei sammelt sich Quecksilber im Körper an und zerstört das Zentrale Nervensystem. Quecksilber in Zahnfüllungen (Amalgam) stellen Experten zufolge kein großes Problem dar, da sich in den Füllungen extrem wenig des Schwermetalls befindet. Viel mehr Sorgen macht der Gehalt an Quecksilber in Gewässern. Zur Reduzierung des Risikos sollte man den Verzehr von Raubfischen vermeiden.

Pestizide

Pestizide sind biologisch aktive Wirkstoffe, die gezielt das Zentrale Nervensystem angreifen. Glücklicherweise gibt es harte Auflagen und Kontrollen bei der Verwendung von Pestiziden in Nahrungsmitteln. Hohe Dosen an Pestiziden im Körper weisen auf einen Zusammenhang mit Gehirnschäden und Autismus hin. Umweltforscher arbeiten hart an der Entwicklung von sichereren Alternativen zu Pestiziden.

Angebranntes Essen

Wird das Essen beim Rösten, braten oder toasten schwarz, findet man hohe Dosen an Acrylamid in der Nahrung, eine Chemikalie, die bei Ratten krebserregend ist. Allerdings gibt es keine Beweise, dass Acrylamid auch im menschlichen Körper karzinogen wirkt. Eine Theorie sagt sogar, dass die schwärzlich verfärbten Teile der Nahrung wie Aktivkohle funktionieren und den Körper reinigen. 

Sicherer ist in jedem fall, das Essen nicht anbrennen zu lassen, bis die Forschung mehr darüber weiß.

 

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