Wie funktioniert ein Placebo

Der Placebo-Effekt

Ein Placebo ist ein Medikament oder eine Behandlung ohne aktive Wirkstoffe oder Heilung. Man verwendet Placebos, um die Selbstheilungskräfte eines Patienten zu stimulieren und seine Heilung zu fördern unter Verwendung psychologischer Kraft. Der Placebo-Effekt beschreibt eine körperliche Wirkung auf ein rein psychologisch wirkendes aber klinisch vollkommen unwirksames Mittel. Bei etwa 30% aller Patienten funktioniert der Placebo-Effekt, selbst wenn die Patienten wissen, dass es sich um ein Placebo handelt.

In der medizinischen Forschung wird der Placebo-Effekt bereits seit langem anerkannt, denn er beeinflusst nachweislich die Wirkung einer Behandlung durch übertriebene Erwartung eines positiven Ergebnisses. 

Der Pavlov´sche Hund beschreibt bereits die Studie der Operanten Konditionierung. In seinem versuch wurde ein Hund trainiert, den Klang einer Glocke mit der Futtergabe zu assoziieren. Die Ausschüttung der Endorphine im Gehirn, die bei dem Hund den Speichelfluss in Erwartung seines Futters durch bloße hörbare Stimulierung anregten, scheinen ebenfalls bei der Wirkweise eines Placebos verantwortlich zu sein. Hierbei wirkt die Sprache als Stimulus, welche im Gehirn eine Reaktion des Nervensystems in Bezug auf die Erwartung des Patienten auslöst. Konzentriert sich der Patient auf ein positives Ergebnis, dass ihm vom behandelnden Arzt vorausgesagt wird, werden im Gehirn Endorphine ausgeschüttet. Endorphine sind Hormone, die Schmerzen erträglicher machen und ein allgemeines Wohlbefinden steigern. Konzentriert sich der Patient hingegen auf mögliche Nebenwirkungen des Medikamentes oder ein negatives Ergebnis, wird die Ausschüttung der Endorphine durch seine Ängste blockiert und der Körper fabriziert die erwarteten Nebenwirkungen. Der Patient bildet sich die Erscheinungen also nicht ein, sondern empfindet sich tatsächlich. 

Ein Placebo kann positive und negative Wirkung haben. Bei positiver Einstellung kann es ein positives Ergebnis der Behandlung durch rein psychologische Kräfte fördern. Ein negativ eingestellter Patient oder jemand, der die Wirkung eines Placebos grundsätzlich ablehnt, kann vermehrt Verschlechterungen erfahren. In diesem Fall muss der Arzt durch seine Wortwahl den Optimismus des Patienten anregen und seine Erwartung auf die Linderung der Symptome und weg von den Nebenwirkungen lenken. 

Für Menschen, die für den Placebo-Effekt empfänglich sind, können die Erwartungen an die Behandlung eine bedeutende Rolle für das Ergebnis spielen. Dr. Linus Pauling, ein berühmter Chemiker, verbreitete, dass Vitamin C sowohl die Empfänglichkeit einer Erkältung als auch die Linderung einer bereits bestehenden Erkältungskrankheit reduziert. Diese These ist nicht erwiesen bzw. wird von manchen als unwirksam betrachtet, hält sich jedoch beständig in unserer Gesellschaft, weil die Menschen daran glauben wollen. Grund dafür kann der Placebo-Effekt sein. Wer Vitamin C einnimmt, um eine Erkältung zu bekämpfen, wird sich aufgrund seiner Erwartungen nach der Einahme besser fühlen. 

In klinischen Versuchen werden Placebos häufig verwendet, um die medizinische Wirksamkeit eines bestimmten Medikamentes zu testen. Dabei bekommt eine Gruppe der Testpersonen das Medikament, die andere ein Placebo, welches gleich aussieht und schmeckt. Anschließend werden die Ergebnisse beider Gruppen verglichen. Beide Gruppen werden auf Nebenwirkungen und gesundheitliche Verbesserungen überprüft. Wenn die Gruppe, die das tatsächliche Medikament eingenommen hat, deutliche Verbesserungen gegenüber der Gruppe mit dem Placebo zeigt und die Nebenwirkungen sich innerhalb einer Toleranzgrenze bewegen, gilt das Medikament als medizinisch wirksam.

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