Der Schritt vom Hänseln zum Mobbing, ab wann geht Necken zu weit?

Junge ärgert anderen Jungen

Hänseln untereinander kann viel Spaß machen und sogar sozial positiv sein, solange es beide Seiten witzig finden. Allzu oft merkt der Neckende nicht, dass er zu weit gegangen ist und sein Gegenüber sich gekränkt fühlt oder die Hänselei sich sogar zum Mobbing ausgewirkt hat. Der Schritt vom Hänseln zum Mobbing ist sehr klein und wird im Eifer des Gefechts häufig unbemerkt überschritten. 

 

 

Necken und Hänseln ist ein spielerisches Geplänkel und drückt Zuneigung und Zugehörigkeit aus. Dieses Necken ist im zwischenmenschlichen Zusammenspiel sehr positiv. Man baut oder vertieft Freundschaften, zeigt seine Zuneigung oder löst sogar kleine Konflikte. In einer größeren Gruppe bringt freundliches Necken die einzelnen Mitglieder näher zusammen.

 

Mobbing ist eine Art feindseliges oder aggressives Necken, dass den anderen verletzen, demütigen oder belästigen soll. Offensichtlich wirkt sich dieses Necken negativ aus, denn es bilden sich aggressive Spannungen zwischen Menschen und es fördert Minderwertigkeitsgefühle, Ängstlichkeit und Depression. 

 

Auf den ersten Blick erscheinen Necken und Mobbing deutlich voneinander getrennt. Hänseln ist gut, Mobbing ist schlecht und beide scheinen mit bewusster Absicht zu geschehen. Der menschliche Charakter ist allerdings wesentlich komplexer, die eigenen tieferen Absichten sind einem selbst oft unklar und das Hänseln kann missverstanden werden. Im Allgemeinen empfinden diejenigen, über die Witze gemacht werden, diese häufiger als negativ als diejenigen, die die Witze machen. Ein gut gemeintes Necken wird von vielen Menschen als Ärgern oder Mobbing gedeutet, ohne dass sich der Neckende darüber bewusst ist.

 

Die Interpretation der Witze hängt von der einzelnen Person ab sowie von Geschlecht, Charakter, Beliebtheit, Selbstwertgefühl und früheren Erfahrungen. Der kulturelle Hintergrund spielt ebenfalls eine Rolle. Menschen aus Kulturen, die die Harmonie einer Menschenmasse fördern sind weniger anfällig für negatives Necken als die aus einer Kultur mit stark ausgeprägter Selbstunterscheidung.

 

Dazu kommt, wie eine Gruppe von Menschen das Hänseln aufnimmt. Während die gleichen Neckereien in einer Gruppe positiv wirken, bringen sie in einer anderen Gruppe negative Spannungen auf. 

 

 

Davon unabhängig kann jedes Hänseln unbeabsichtigt zu weit getrieben werden. Das Thema spielt dabei eine wesentliche Rolle. Bestimmte Themen sind in unserer Gesellschaft zu brisant und sollten daher grundsätzlich nicht Gegenstand von Witzen werden. Dazu gehören Aussehen, sexuelle Orientierung, Volkszugehörigkeit, Religion und Menschenrasse. 

 

Es ist wichtig für denjenigen, der andere hänselt, die Reaktion zu beobachten und Warnzeichen zu erkennen, um rechtzeitig aufzuhören oder dem anderen klarzumachen, dass keine böse Absicht dahinter steckt. 

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