Wochenbettdepression der Väter

Vater und Kind

Vor 50 Jahren sprach noch niemand über Wochenbettdepression. Heutzutage werde Frauen während der Schwangerschaft auf die Warnzeichen einer Wochenbettdepression hingewiesen. Doch was ist mit den Vätern?

 

Die junge Mutter bekommt jede Menge Zuwendung, und das ist auch ganz richtig so. Um die Väter hingegen, die schon bald wieder zum Arbeitsalltag zurückkehren, kümmert sich niemand. In den letzten Jahren gibt es mehr und mehr Hinweis darauf, dass auch Männer durch eine Depressionsphase nach der Geburt ihres Babys gehen können. Und endlich beginnt man auch, offen darüber zu sprechen.

 

Während es bekannt ist, dass eine von sieben Müttern unter Wochenbettdepression leidet, weiss man so wenig über die Depression der Väter, dass man lediglich schätzen kann, einer in zwanzig Vätern ist betroffen. Psychiatrische Experten sagen, dass die Männer-PND (Postnatale Depression) definitiv existiert, doch leider zu selten erkannt und behandelt wird. Im Gegensatz zur Wochenbettdepression der Frauen, bei der die Depression durch chemische Veränderungen im Körper nach der Geburt ausgelöst wird, entsteht die Depression der Männer durch äußere Einflüsse. Stärker betroffen sind Männer, deren Frauen depressiv sind.

 

Leider gibt es viele Männer, die es nicht zugeben, dass sie depressiv sind und daher auch nicht behandelt werden können. Wird die Depression nicht behandelt, kann diese verheerende Konsequenzen in der Beziehung zwischen Vater und Kind haben. Kinder von depressiven Vätern laufen doppeltes Risiko, Verhaltensstörungen zu entwickeln, unabhängig davon, ob die Mutter unter Depression gelitten hat oder nicht.

Das grössste Problem ist, die Männer dazu zu bringen, ihren Zustand zu erkennen und zuzugeben, bzw. sich danach behandeln zu lassen.

 

Anzeichen der Depression

Die Geburt des eigenes Kindes sollte eine besonders glückliche Phase sein, fühlt er sich stattdessen überfordert und abgeschlafft, ist das ein erstes Anzeichen. Oft verlieren die depressiven Väter Selbstbewusstsein und glauben, sie können ihr Arbeitspensum nicht schaffen. Sie fühlen sich ständig ausgelaugt und elend und den Tränen nahe. Oft liegen sie im Bett und fühlen sich nicht in der Lage, den kommenden Tag durchzustehen. Da sie sich darüber im Klaren sind, dass ihre Partnerin ebenfalls lernen muss, mit der neuen Situation zu leben, fühlen sie sich schuldig.

 

Traditionell glaubt man, dass es unmännlich ist, depressiv zu sein. Männer müssen stark sein, sagt man. Wer den Verdacht hat, dass jemand unter Depression leidet, sollte ihn vorsichtig wissen lassen, dass er mehr 'Mann' ist, wenn er zu seinen Problemen steht. Je schneller der Mann ärztliche Hilfe bekommt, umso schneller und besser kann er behandelt werden.

Wird er vom Arzt nicht ernst genommen, sollte er sich einen anderen suchen, der ihn entweder mit Medikamenten oder einer Verhaltenstherapie behandelt.

Am wichtigsten ist es, nicht aufzugeben. Die ersten Wochen nach der Geburt sind nicht leicht und scheinen sich ewig hinzuziehen, doch es wird leichter.

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