Umdenken beim Essverhalten, so wird das Kind nicht übergewichtig

Familie beim Essen

Beinahe alle Tischmanieren für Kinder richten sich darauf aus, dass die Kinder groß und stark werden sollen. Das stammt aus Zeiten, in denen Nahrung nicht so reichlich vorhanden war, und es war tatsächlich wichtig für die gesunde Entwicklung des Körpers, bestimmte Regeln beim Essverhalten zu beachten. In Zeiten, in denen es mehr als genug Nahrung gibt, müssen wir die alten Regeln ändern, um unsere Kinder vor Fettleibigkeit zu schützen.

 

 

Es ist natürlich, dass Eltern wollen, dass ihre Kinder groß und stark werden, allerdings sollte die Schwelle zum Übergewicht niemals überschritten werden. Auch wenn große und starke Menschen viele Vorteile im Leben zu haben scheinen, haben dünne Menschen eine höhere Lebenserwartung und können durchaus ebenso erfolgreich sein. 

Heutzutage gibt es für fast alle Familien ausreichend zu essen. Angst vor Unterentwicklung braucht man also gewöhnlich nicht zu fürchten. Das Gegenteil ist der Fall, unsere Kinder essen zu viel und werden immer dicker! Das gestörte Essverhalten wird im Elternhaus gefördert durch die längst überholten alten Tischregeln. 

 

Fettleibige Kinder werden zu fettleibigen Erwachsenen. Ihr Leben lang leiden sie unter den Konsequenzen falschen Essverhaltens. 

 

Die folgenden Tischregeln galten früher als gut, sollten heute aber nicht mehr angewendet werden, um die Kinder vor Essstörungen zu bewahren.

 

1. Bleib am Tisch sitzen, bis alle fertig gegessen haben. Es mag zwar höflich sein, zu warten, bis alle am Tisch ihre Mahlzeit beendet haben, aber in Sachen Gewichtskontrolle ist es grundsätzlich nachteilig, mehr Zeit am Essenstisch zu verbringen. Je länger man am Tisch sitzt, umso mehr isst man. Auch wenn ständiges Aufstehen vom Tisch ungemütlich für die Eltern ist, sollten wir nicht vergessen, dass wir es mit Kindern und nicht mit Miniatur-Erwachsenen zu tun haben. Kinder haben nun mal viel Energie und lassen sich durch erzwungene Höflichkeit nicht bändigen. 

 

2. Trödel nicht beim Essen. Eigentlich sollten wir uns selbst mehr zum Trödeln erziehen, denn das Hauptproblem bei übergewichtigen Menschen ist, dass sie zu schnell essen. Langsam essen ist besser. Das Sättigungsgefühl stellt sich erst verzögert ein, meist isst man weiter, obwohl man schon genug hat. Mit dem Essen zu spielen ist eine weitere form, langsamer zu essen und sollte nicht unbedingt verhindert werden. (Es sei denn, dass Essen landet auf dem Boden).

 

3.  Beim Essen nicht sprechen. Natürlich sollte man nicht mit vollem Mund sprechen, aber zwischen den Bissen darf ruhig geredet werden. Werden die Kinder gezwungen, sich auf das Essen zu konzentrieren, ohne ein Wort zu sagen, essen sie unweigerlich mehr und schneller. Außerdem macht es die Mahlzeit interessanter, wenn man sich unterhält.

 

4. Iss dein Gemüse. Selbstverständlich sollte man darauf achten, dass die Kinder Gemüse bekommen. Allerdings ist es falsch, sie zu zwingen, ihr Gemüse aufzuessen. So lernen sie, Gemüse nicht zu mögen, denn sie verbinden es mit etwas Negativem. Die Aufgabe der Eltern ist es, das Gemüse so anzurichten, dass die Kinder es mögen, bzw. ihnen nur das Gemüse vorzusetzen, dass sie mögen.

 

 

5. Probier doch mal! Bei Kindern funktioniert es nicht, sie neue Speisen probieren zu lassen, die sich sich selbst nicht ausgesucht haben. Was sie probieren sollen, mögen sie sowieso grundsätzlich nicht. Die Kinder müssen irgendwann von allein dahinter kommen, freiwillig Neues zu versuchen.

 

6. Iss noch mehr! Oft missverstehen die Eltern, wie viel Nahrung ihr Kind braucht, und wieviel nicht. Setzt man einem Kind genug zu essen vor, wird es genug davon essen, ohne dass es Ermutigung bedarf. Kein Kind wird freiwillig hungrig bleiben. Wenn ein Kind nicht zu den vorgegeben Mahlzeiten essen möchte, ist es vielleicht momentan nicht hungrig, sollte aber später die Möglichkeit bekommen, zu essen. 

 

7. Snacks vor dem Mahlzeiten verderben den Appetit. Das stimmt zwar, ist aber nicht unbedingt schlecht, solange es sich um die richtigen Snacks handelt. Ein Kind, dass zu Fettleibigkeit neigt, kann ruhig Obst zwischen den Mahlzeiten essen. Wird sein Appetit dadurch gedämpft, ist das eine gute Sache. Lässt man die Kinder auf das Essen warten, neigen sie dazu, hastiger zu schlingen, wenn es endlich auf den Tisch kommt.

 

8. Iss den Teller leer. Die Eltern können nicht wissen, wann das Kind satt ist. Allzu häufig laden die Erwachsenen zuviel auf den teller und zwingen die Kinder dann dazu, alles in den Bauch zu stopfen. Wenn das Kind satt ist, braucht es nicht mehr weiter zu essen.

 

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