Roter Wein muss atmen

Rotwein und Rotweinglas

Bestimmte alkoholische Getränke schmecken besser aus speziell für sie geformten Gläsern. Rotwein wird gewöhnlich in rundlich geformten Gläsern mit nach oben verengter Öffnung serviert, Sekt in schlanken, hohen Flöten und Whisky in stiellosen Gläsern. Jede Form ist dazu gemacht, der jeweiligen Flüssigkeit das beste Aroma und ein vollendetes Bukett zu entlocken.

 

In der bislang ältesten Weinproduktionsanlage, die bis ins Jahr 4100 v. Chr. zurückdatiert, wurden Trinkgefäße aus Tierhörnern und Ton hergestellt. Erst im 14. Jahrhundert wurde die erste gehobene Glasform für Weingenuss hergestellt. Man entwickelte einen gläsernen Kelch, der dem Trinkenden ermöglichte, die wahre Farbe des Weines zu sehen. Die ersten Kelche beeinflussten noch nicht das Aroma des Weines.

Nach dem zweiten Weltkrieg wurden die ersten individuellen Glasformen von Claus Josef Riedel entwickelt, die unterschiedlichen Weinen ein unterschiedliches Bukett gaben. Ein Wein entwickelt seinen Geschmack während der Lagerung. Sobald der Korken entfernt wird, reagiert der Wein mit dem Sauerstoff in der Luft. Daher schmeckt ein Wein unterschiedlich, je nach dem, wie lange und wieviel er schon "geatmet" hat. Der Bauch sorgt dafür, dass mehr Wein mit der Luft in Kontakt kommt, und öffnet den Wein schneller. Die verengte Öffnung hält das Aroma im Glas. Durch die Verjüngung wird die Flüssigkeit direkt zu den Geschmacksnerven im vorderen Teil des Mundes geleitet, wo am besten fruchtige Aromen und Mineralien wahrgenommen werden.

 

Weißwein benötigt nicht den gleichen Raum zum Atmen, weshalb das Glas insgesamt schlanker sein kann.

 

Da jedes Glas die individuelle Flüssigkeit in bestimmter Weise manipuliert, kann ein falsches Glas für das falsche Getränk besonders schlecht sein. Hochprozentiges wie Whisky soll seinen starken Geruch schnell in der Luft verteilen, weshalb das Whiskyglas einen breiten, geraden Rand hat. Trinkt man Whisky aus einem Rotweinglas, schlägt einem das gesamte, starke Aroma buchstäblich ins Gesicht.

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