Laktose-Intoleranz bei Tieren

Milch im Glas

Fast alle Säugetiere sind, wenn sie ausgewachsen sind, laktose-intolerant, das heißt, sie können keine Milch und Milchprodukte vertragen. Was beim Menschen als Allergie und eher als Ausnahme gilt, ist bei erwachsenen Säugetieren jedoch normal und natürlich.

Warum vertragen die meisten Säugetiere keine Milch?

Ja, es stimmt, fast alle Säugetiere haben Laktose-Intoleranz, sobald sie ausgewachsen sind. Während der Entwicklungsphase eines jungen Säugetieres gibt es eine Übergangszeit, in der das Tier aufhört, Laktose verdauen zu können, sobald es nicht mehr regelmäßig Milch trinkt. Milch ist das einzige Lebensmittel, welches Laktose enthält.
In dieser Übergangsphase reduziert sich allmählich die Produktion des Enzyms Laktase, das für die Zersetzung der Laktose verantwortlich ist.

Warum vertragen erwachsene Menschen normalerweise Milch?

LCT, das Gen für das Enzym Laktase, wird im Körper aktiv zurückgestuft, sobald das heranwachsende Tier die Milch durch andere, umfangreichere Nahrung ersetzt. Der Prozess dieser Entwöhnung scheint dabei der Auslöser der Reduzierung des Gens zu sein.
Die meisten Menschen hören aber nicht auf, als Erwachsene Milch zu trinken. In den meisten Menschen gibt es eine Mutation, die dem Gen LCT erlaubt, auch im Erwachsenenalter aktiv zu bleiben. Wenn also ein Mensch als Erwachsener aufhört, jegliche Milchprodukte zu sich zu nehmen, wird sein Körper wahrscheinlich laktose-intolerant werden.

Warum können manchen Katzen und Hunde ihr ganzes Leben hindurch Milch trinken?

Da die Produktion der Laktase durch Entwöhnung zurückgestuft wird, behalten viele Tiere, die niemals aufgehört haben, Milch zu trinken, eine begrenzte Fähigkeit, Laktose zu verdauen. Auch sie können jedoch nur kleinere Mengen Milch tolerieren, denn das Gen LCT wird in jedem Fall reduziert.

Was passiert, wenn laktose-intolerante Tiere Milch trinken?

Wenn ein erwachsenes Säugetier nach der Entwöhnung Milch trinkt, wird die unverdaute Laktose durch den Verdauungstrakt geleitet. Dabei zieht sie Flüssigkeit mit sich. Gleichzeitig findet im Darm durch die Darmbakterien Gärung statt, bei der unbeständige Fettsäuren entstehen. Dies wiederum führt zu Magenbeschwerden, Durchfall und sogar Erbrechen.