Wie wirken sich Ängste auf den Magen aus?

Nervöser Mann am Telefon

Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Psyche und Bauch miteinander verbunden sind. Sowohl das Gehirn als auch das Verdauungssystem werden durch die gleichen Hormone und Neurotransmitter gesteuert und beeinflusst. Deshalb sind also beide sehr anfällig gegen Stress und gegen Veränderungen ihrer chemischen Muster.
Wenn Menschen unter Ängsten leiden, gehören Magen- und Darmprobleme zu den häufigsten körperlichen Beschwerden. Aber wie kommt es, dass Ängste sich auf den Magen auswirken?

Arten der Magenprobleme durch Ängste

Nicht jeder Mensch äußert dieselben körperlichen Beschwerden durch Ängste. Manche Personen bekommen bei Angstattacken sofort akute Magenschmerzen, während andere täglich lang anhaltende Beschwerden fühlen, aber diese nicht unbedingt mit ihren Ängsten in Verbindung bringen. Nicht immer treten körperliche Beschwerden zeitgleich mit den auslösenden Angstattacken auf.

Indigestion (Verdauungsbeschwerden)

Der Verdauungstrakt wird durch die gleichen Hormone und Neurotransmitter beeinflusst wie die Ängste. Es macht daher Sinn, dass die Verdauung gestört wird, wenn die Hormone und Neurotransmitter im Ungleichgewicht sind.
Beim Auftreten von Ängsten werden im Körper große Mengen Adrenalin freigesetzt. Adrenalin beeinflusst die Aufnahme der Nährstoffe aus der Nahrung, insbesondere Glucose. Jedes Mal, wenn Nährstoffe nicht richtig verarbeitet werden können, wird das gesamte Verdauungssystem beeinträchtigt.
Ängste können auch die Produktion der Magensäure beeinflussen. Menschen, die bereits zu Reflux oder Sodbrennen neigen, erfahren oft starke Beschwerden durch Überproduktion von Säure im Magen. In Stresssituationen erhöht sich daher die Produktion der Magensäure und dies wiederum beeinträchtigt das gesamte Verdauungssystem.

Völlegefühl und Blähungen

Beide haben zwar mit Verdauungsbeschwerden zu tun, werden aber dennoch als separates Problem behandelt. Völlegefühl und Blähungen treten sehr häufig bei ängstlichen oder nervösen Menschen auf. Oft liegt es daran, wie der Stress die Nährstoffaufnahme beeinträchtigt. Aber auch andere Faktoren spielen eine Rolle, nämlich das Schlucken von Luft oder Hyperventilieren. Beide führen zu angestauter Luft im Bauchraum, die erheblichen Druck auf die Organe ausübt.

Schlechte Verteilung der Ressourcen im Körper

Eine Theorie ist, dass die Ängste die Kapazität des Gehirns überproportional in Anspruch nehmen, so dass andere Bereiche des Körpers nicht voll funktionieren können. Ein Teil des Verdauungssystems bekommt zum Beispiel durch den Stress der Ängste nicht genug Botenstoffe aus dem Gehirn und die Funktionstüchtigkeit wird verringert. In anderen Fällen kann aber auch die Funktion durch Vermittlung falscher Botenstoffe beschleunigt werden, so dass der Magen Übermäßig Säure produziert, obwohl es nicht genug Nahrung zu zersetzen gibt.

Hyperventilation

Hyperventilation kann sowohl Magenschmerzen als auch Übelkeit verursachen aufgrund des erhöhten Luftdrucks im Bauch. Die Atmung, die Art wie man isst und sogar wie man sitzt können zu Problemen mit dem Magen führen.
Hyperventilation kommt häufig bei Menschen vor, die unter Ängsten leiden und kann zum Teufelskreis werden. Je mehr man unter Angstattacken leidet, umso mehr hyperventiliert man und bekommt Magenprobleme. Diese Probleme wiederum führen zu einer Verstärkung der Ängste.
Schlaflosigkeit

Oft bekommen ängstliche Menschen auch Magenbeschwerden als sekundäres Symptom durch unruhiges Schlafen oder Schlaflosigkeit. Schlafmangel führt zu drastischer Verminderung der Effizienz der Nahrungsaufnahme. Die Nahrung wird nicht richtig verdaut und wichtige Nährstoffe gehen einfach verloren.
Wenn Menschen sich also nachts durch ihre Ängste schlaflos herum wälzen, leidet nicht selten das Verdauungssystem und es kommt zu Beschwerden.