Wie wird man in der Gesellschaft akzeptiert?

Menschen

Jeder Mensch möchte von anderen Menschen gemocht werden.  Wir Menschen brauchen die Liebe und Akzeptanz der anderen sogar zum Leben. Wir neigen dazu, alle Arten von Erfahrungen eher in einem negativen Licht zu sehen, und häufig ist die Ursache dafür, dass uns eine Gesellschaft nicht akzeptiert, eine falsche Wahrnehmung und Interpretation unserer Persönlichkeit.

 

 

Die Tatsache, dass Menschen dazu tendieren, Dinge eher negativ zu nehmen, entspringt aus der natürlichen Notwendigkeit, potentielle Gefahren frühzeitig zu erkennen. Wenn der Wunsch danach, in einer Gruppe aufgenommen zu werden, mit der negativen Tendenz kollidiert, wird die Selbstwahrnehmung systematisch zerstört und damit das Selbstwertgefühl angegriffen.

 

In einer Gruppe von Menschen neigt man dazu, sich auf denjenigen zu konzentrieren, von dem man Ablehnung verspürt. Diese Ablehnung, ob gerechtfertigt oder nicht, scheint ein weiterer Beweis dafür, dass man nicht in die Gesellschaft oder in eine bestimmte Gruppe hineinpasst. 

Versuchen wir einmal aus der Sicht der Person zu sehen, die uns vermeintlicherweise ablehnt. Die wahrscheinlichste These für diese negative Haltung ist, dass diese Person einen selbst als potentielle Gefahr ansieht.

 

Was tatsächlich in dieser Situation passiert ist, ist die andere Seite des gleichen Überlebensmechanismusses, der uns selbst dazu bringt, das Verhalten der anderen Person als Ablehnung zu interpretieren. Von Natur aus sieht ein Mensch Dinge nicht nur negativ, sondern ist auch nicht oder nur selten in der Lage, eine Situation aus der Perspektive eines anderen zu betrachten. Deshalb interpretiert man bestimmtes Verhalten als gesellschaftliche Ablehnung, ohne sich dabei über die eigene soziale Macht im Klaren zu sein, nämlich dass man selbst für andere eine potentielle Bedrohung sein könnte. 

 

 

Es gibt immer Menschen, mit denen man einfach nicht zurecht kommt, weil die Charakter nicht zusammen passen. Meistens ist es jedoch so, dass man selbst sich als schwach und dumm betrachtet, während man auf andere eigentlich bedrohlich stark und intelligent wirkt. Die Unfähigkeit, diese soziale Paradox zu erkennen, macht zwischenmenschliche Beziehung schwer oder sogar unmöglich.

 

Zunächst muss man sich darüber bewusst werden, dass eine Gesellschaft oder eine Menschengruppe sich selten geschlossen gegen einen selbst stellt und Raum für eine alternative Interpretation lassen. Erkennt man, wie man möglicherweise auf andere Menschen wirkt, kann man beginnen, Verständnis für die Ablehnung zu entwickeln. Dadurch bewegt man sich von der ichbezogenen Perspektive hin zu eine ethnozentrischen Ansicht, die uns in den Augen anderer sogleich als weniger bedrohlich scheinen lässt und somit liebenswerter macht. Menschen werden in einer Gesellschaft generell nicht abgelehnt, weil sie zu schwach, zu unsicher oder zu dumm sind, sondern weil sie genau den gegenteiligen Eindruck machen. 

 

Um in einer Gruppe akzeptiert zu werden, muss man sich von seiner eigenen Welt lösen und Feingefühl und Verständnis für die anderen entwickeln lernen. Je mehr man sich aus seiner Ecke aus Selbstbezogenheit den anderen entgegen wagt, umso weniger werden diese eine Gefahr einem sehen und deshalb weniger wahrscheinlich eine Abneigung entwickeln.