Wie bringt man ein Kind dazu, sein altes Spielzeug abzugeben?

Teddybären 

Kinder wachsen aus ihren Spielsachen heraus. Während die Eltern seit Jahren unbenutztes Spielzeug gern aus dem Haus haben möchten, um Platz für neue, dem Alter des Kindes entsprechende Sachen zu machen, hängen die Kinder emotional an ihren alten Spielgefährten und sind selten bereit, sich von ihnen zu trennen. Falsch ist es, dem Kind seine Spielsachen einfach wegzunehmen, es muss selbst und freiwillig bereit sein, sich von etwas zu trennen. 

 

 

Je nachdem, wie alt und reif das Kind ist, kann man mit ihm über Spenden sprechen. Der Gedanke, dass seine Spielsachen weiterleben und einem anderen Kind Freude machen, hilft vielen Kindern bei der Trennung. Auf jeden Fall sollten die Eltern ehrlich mit dem Kind sein und offen über Gefühle und Gedanken sprechen. Die Idee, den alten Teddybär einem Kind zu schenken, das keinen hat, funktioniert meist gut, denn es gibt dem Kind ein positives Gefühl im Zusammenhang mit der Trennung, dadurch, dass es jemand anderen glücklich machen kann.

 

Die Eltern sollten nicht von einem Kind verlangen, sich drastisch von allem zu trennen, was sie seit Jahren nicht benutzt haben. Stattdessen können sie dem Kind die Möglichkeit geben, eine bestimmte Anzahl unter all ihren Spielsachen auszusuchen, von denen sie sich trennen möchten. 

 

Für die Eltern sieht es oft nur so aus, als wären manche Spielsachen seit Jahren unbeachtet. Sie sollten nicht den Fehler begehen, hinter dem Rücken der Kinder Sachen wegzugeben, denn irgendwann erinnert sich das Kind an die vergessen geglaubten Sachen und fühlt sich berechtigterweise hintergangen. 

 

Wenn ein Kind bestimmte Spielsachen unter keinen Umständen abgeben möchte, sollte man es nicht dazu zwingen. Lieber einige Zeit verstreichen lassen, bis das Kind die Entscheidung selbst trifft.

 

 

Nichts wirkt besser als ein gutes Beispiel. Die Eltern sollten deshalb ihre eigenen, ungenutzten Gegenstände abgeben und das Kind am besten an dem Vorgang teilhaben lassen. Wenn die Eltern stapelweise Sachen herumliegen haben, kann man von dem Kind nicht erwarten, seine Spielsachen auszusortieren. 

 

Spielsachen zum verschenken aussortieren sollte keine Trauerfeier sein. Im Gegenteil, es kann richtig Spaß machen! In dem Moment, wenn Tränen anfangen zu fließen oder man als Eltern frustriert wird, ist es Zeit, eine Pause zu machen oder das Unternehmen auf einen anderen Tag zu verschieben. Bedenkt auch, wenn das Kind in Tränen ausbricht beim Gedanken an die Trennung eines bestimmten Spielzeugs, dass es noch nicht aus dem Alter dafür heraus ist. Viele Kinder spielen lang nicht mit ihren Sachen und entdecken sie nach Jahren neu.

 

Niemals das Kind unter irgendeinen Druck setzen, wenn es darum geht, solche Entscheidungen zu treffen. Dazu gehört auch, dass das Kind sich die Zeit nehmen soll, die es braucht, damit die Trennung auf jeden Fall freiwillig ist. 

 

Eine gute Möglichkeit ist, kurz vor Weihnachten dem Kind zu sagen, dass es Platz für neue Spielsachen machen sollte. Die Aussicht auf Neues erleichtert vielen Kindern die Entscheidung zur Trennung von alten Spielsachen. 

 

Am besten gibt man die ausgewählten Spielsachen auch nicht sofort ab, sondern verstaut sie in einer Kiste erst einmal, für den Fall, dass das Kind plötzlich seine Meinung ändert. Vielleicht hat das Heraussuchen der unbenutzten Spielsachen zur Neuentdeckung geführt, und das Kind möchte jetzt wieder damit spielen.

 

Spenden und verschenken geben ein gutes Gefühl. Das Kind sollte sich also stolz und geschätzt fühlen, wenn es einem anderen Kind eine Freude gemacht hat. Nichts ist jedoch schöner, als von den eigenen Eltern zu hören, dass sie stolz auf ihr Kind sind.