Benzinpreise in Deutschland

Benzinpumpe in Deutschland
Tanken ist in Deutschland inzwischen zum Lottospiel geworden. Die Preise für Normalbenzin und Diesel gehen rauf und runter, wechseln manchmal zweimal am Tag.

 

Die Autofahrer dieser Nation, die ihre Kraftfahrzeuge so sehr liebt, finden sich gezwungenermaßen mit den steigenden Benzinpreisen ab.

 


Was denken die Deutschen über die hohen Benzinpreise?


Rekordpreise auf dem internationalen Ölmarkt haben die Preise in ganz Europa nach oben getrieben. Ein Liter Normalbenzin kostet momentan im Schnitt 1,43 € pro Liter.

Die hohen Spritpreise treffen die Leute da, wo es wehtut, im Geldbeutel.

Viele Menschen sind auf ihr Fahrzeug angewiesen. Sie arbeiten mindestens 20km von ihrem Wohnort entfernt und haben keine Möglichkeit, mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeitsstelle zu kommen.
An der Tankstelle kann man Menschen beobachten, die ein genau kalkuliertes Minimum an Benzin oder Diesel tanken, da sie auf eine Preissenkung hoffen.
Oft bringt der Bus auch keine Ersparnis, viele Leute beklagen sich, dass die Fahrkarten in ihrer Region zu teuer seien. Deshalb nehmen sie lieber weiterhin das Auto und passen auf, dass sie beim Tanken keinen Tropfen verschütten.
An den Wochenenden pilgern Fahrzeuge mit großem Tank in die Nachbarländer, weil dort das Benzin deutlich billiger ist, und die weite Fahrt sich lohnt, wenn man genügend Sprit tankt.
Freunde und Familien haben ein Netzwerk untereinander gebildet und benachrichtigen sich gegenseitig, wenn sie eine billigere Tankstelle sichten.
Auf Internetseiten wie www.clever-tanken.de kann man die aktuell billigste Tankstelle in seiner Nähe suchen.

Trotz der hohen Benzinpreise bleiben die Deutschen ihrer Autobahn jedoch treu. Tankstellen berichten, dass der Umsatz weiterhin gut sei und sogar jedes Jahr steige. Auch wenn sich alle über die hohen Benzinpreise beschweren, schränken die meisten Leute sich wohl mit Autofahren nicht ein. Gespart wird woanders, damit man sich den Sprit leisten kann. Dazu lieben die Deutschen ihre Autos zu sehr.

Tatsächlich sind die Anmeldungen für neue Fahrzeuge im Vergleich zum Vorjahr um 25% angestiegen. Autohersteller erleben einen Aufschwung mit Europas größten Fahrzeughersteller Volkswagen an der Spitze mit dem Verkauf von mehr als 89000 Neufahrzeugen in den ersten beiden Monaten des Jahres 2008. Im letzten Jahr wurden in Deutschland insgesamt 3,5 Millionen neue Autos verkauft.


Die Autohersteller BMW und Mercedes-Benz, bekannt für schwere und elegante Wagen mit relativ hohem Spritverbrauch unterstützen den Trend zum Kraftsstoffarmen Modell mit alternativen Technologien. Auf dem jüngsten Internationalen Automobil-Salon Genf waren 17 von 94 Fahrzeugmodellen mit Motoren ausgestattet, die auf alternativen Kraftstoffen laufen.

Laut Kundgebung von Volkswagen wird die neue Golf-Generation bis zum Jahr 2009 auch mit Hybridmotor erhältlich sein.

Die Frage bleibt, ob die Deutschen für umweltfreundlichere Autos mehr bezahlen werden?

Laut Umfrage unter den Verbrauchern sind die meisten Deutschen nicht bereit, mehr für umweltfreundliche Technologien in ihren Fahrzeugen zu zahlen, solange es keine Steuerermäßigungen gibt, die ein schadstoffarmes Fahrzeug schmackhafter machen.

Die Umfrage zeigte weiterhin, dass Europäische Autofahrer ihr Fahrverhalten trotz des Klimawandels kaum verändert haben. Aber schließlich wird auch stets an der Weiterentwicklung schadstoffarmer Fahrzeuge und einer 'sauberen Zukunft' gearbeitet.

Allerdings ist die Anzahl an Fahrzeugen, die mit Gas betrieben werden in den letzten paar Jahren in Europa erheblich gestiegen. Allein in Deutschland fahren mittlerweile 200.000 dieser umweltfreundlichen Fahrzeuge auf den Straßen und mehr als 3500 Gastankstellen haben mit Gaspumpen aufgerüstet.

Seit einigen Jahren gibt es außerdem Kurse, in denen man lernen kann, den Benzinverbrauch beim Fahren zu sparen. Die Faustregel ist, die Gänge früh zu wechseln, das Auto auf niedrigeren Umdrehungen laufen zu lassen und bei längerem Stehen an Bahnübergängen oder Ampeln den Motor auszuschalten.